Kommode streichen: Kreative Ideen & Anleitung

Hast du eine alte Kommode, die nicht mehr zu deinem aktuellen Einrichtungsstil passt oder einfach in die Jahre gekommen ist? Anstatt das gute Stück zu entsorgen, kannst du ihm mit etwas Farbe und Kreativität ein völlig neues Leben einhauchen. Das Upcycling von Möbeln ist nicht nur nachhaltig, sondern ermöglicht es dir auch, individuelle Unikate zu schaffen, die es in keinem Möbelhaus zu kaufen gibt. Egal ob du einen romantischen Vintage-Look, modernen Minimalismus oder knallige Farbakzente bevorzugst – die Möglichkeiten sind schier endlos. In diesem Artikel erfährst du alles über die notwendigen Vorbereitungen, die richtige Farbwahl und inspirierende Gestaltungsideen. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du deine Kommode professionell streichst und worauf du achten musst, damit das Ergebnis lange hält.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gründliche Vorbereitung: Das Reinigen und Anschleifen der Oberfläche ist essenziell für die Haftung der neuen Farbe.
  • Die richtige Farbwahl: Kreidefarbe eignet sich perfekt für matte Vintage-Looks, während Acryllack strapazierfähige, moderne Oberflächen schafft.
  • Grundierung nicht vergessen: Bei dunklen Hölzern verhindert ein Sperrgrund das Durchbluten von Holzinhaltsstoffen.
  • Werkzeugqualität zählt: Nutze hochwertige Pinsel und Schaumstoffrollen, um sichtbare Streifen und Nasen zu vermeiden.
  • Schutzschicht auftragen: Versiegele das Möbelstück abschließend mit Möbelwachs oder Klarlack für mehr Langlebigkeit.

Welche Farbe eignet sich am besten zum Kommode streichen?

Für einen trendigen Shabby-Chic-Look ist Kreidefarbe die beste Wahl, da sie eine matte, samtige Oberfläche erzeugt und sich leicht verarbeiten lässt. Wer hingegen ein modernes, glattes Finish wünscht, das zudem sehr widerstandsfähig gegen Kratzer ist, sollte zu einem hochwertigen wasserbasierten Acryllack oder einem robusten Alkydharzlack greifen.

Kommode streichen: Kreative Ideen & Anleitung
Kommode streichen: Kreative Ideen & Anleitung

1. Vorbereitung ist alles: Reinigen und Schleifen

Bevor der erste Pinselstrich erfolgt, muss die Basis des Möbelstücks perfekt vorbereitet sein, damit das Ergebnis professionell wirkt. Zuerst solltest du alle Beschläge, Griffe und Schubladen entfernen, um auch schwer zugängliche Ecken problemlos erreichen zu können. Reinige die gesamte Kommode gründlich mit Anlauger oder einem fettlösenden Haushaltsreiniger, um alte Polituren, Staub und Fett restlos zu entfernen. Sobald das Holz trocken ist, greifst du zu Schleifpapier mit einer 120er bis 180er Körnung.

Es ist in den meisten Fällen nicht notwendig, den alten Lack komplett bis auf das rohe Holz herunterzuschleifen. Das Ziel ist lediglich, die Oberfläche anzurauen, damit die neue Farbschicht eine optimale mechanische Haftung findet. Arbeite dabei immer in Richtung der Holzmaserung, um tiefe Kratzer quer zur Struktur zu vermeiden. Entferne nach dem Schleifen den feinen Staub sorgfältig mit einem Honigtuch oder einem leicht feuchten Lappen, da Staubreste zu Unebenheiten im Lackbild führen.

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2. Die Wahl der richtigen Farbe: Kreidefarbe vs. Lack

Die Entscheidung zwischen Kreidefarbe und Buntlack hängt stark vom gewünschten Endergebnis und der Beanspruchung der Kommode ab. Kreidefarbe ist derzeit extrem beliebt für DIY-Projekte, da sie eine stumpfmatte, pudrige Optik erzeugt, die perfekt zum Landhausstil passt. Sie ist oft dicker in der Konsistenz, deckt hervorragend und verzeiht kleine Unebenheiten im Untergrund eher als Lack. Allerdings ist Kreidefarbe im unversiegelten Zustand offenporig und somit anfällig für Schmutz und Feuchtigkeit.

Klassischer Buntlack, meist auf Acrylbasis, bietet hingegen eine glattere und härtere Oberfläche, die leichter zu reinigen ist. Lacke gibt es in verschiedenen Glanzgraden von matt bis hochglänzend, was dir mehr gestalterischen Spielraum für moderne Designs lässt. Wenn die Kommode im Flur steht und täglich Schlüssel darauf geworfen werden, ist ein robuster Lack oft die pragmatischere Wahl. Überlege dir also vor dem Kauf genau, wie stark das Möbelstück im Alltag beansprucht werden wird.

3. Grundierung: Wann ist ein Primer notwendig?

Viele Heimwerker fragen sich, ob eine Grundierung wirklich notwendig ist oder ob man sich diesen Arbeitsschritt sparen kann. Generell gilt: Bei rohem Holz oder sehr glatten, bereits lackierten Oberflächen (wie furnierten IKEA-Möbeln) sorgt ein Haftgrund für die nötige Verbindung zwischen Untergrund und Farbe. Besonders wichtig wird die Grundierung, wenn du ein dunkles Möbelstück hell streichen möchtest, da du so weniger Deckschichten der teuren Farbe benötigst.

Ein absolutes Muss ist ein sogenannter Sperrgrund oder Isoliergrund bei Hölzern, die viele Gerbstoffe enthalten, wie Eiche oder Kiefer. Ohne diese Sperrschicht können sich gelbliche Flecken durch die neue, helle Farbschicht drücken – ein Phänomen, das als „Durchbluten“ bekannt ist. Auch bei der Verwendung von Kreidefarbe auf mahagoniartigen Hölzern kann dies passieren, weshalb Vorsicht besser als Nachsicht ist. Investiere die Zeit in eine Schicht Primer, um böse Überraschungen nach dem Trocknen zu vermeiden.

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4. Die richtige Streichtechnik für ein streifenfreies Ergebnis

Das eigentliche Streichen erfordert etwas Geduld und das richtige Werkzeug, um Nasen und Pinselstriche zu vermeiden. Für große, glatte Flächen eignet sich eine feinporige Schaumstoffrolle am besten, da sie die Farbe gleichmäßig verteilt. Ecken, Kanten und Verzierungen solltest du zuerst mit einem hochwertigen Pinsel vorstreichen, bevor du die Flächen rollst.

Achte darauf, die Farbe nicht zu dick aufzutragen, sondern arbeite lieber in zwei bis drei dünnen Schichten. Zwischen den einzelnen Anstrichen solltest du die Trocknungszeiten des Herstellers unbedingt einhalten und gegebenenfalls einen feinen Zwischenschliff mit 240er Papier durchführen. Dies glättet aufgestellte Holzfasern und sorgt für ein besonders professionelles Finish, das sich glatt wie ein Babypopo anfühlt. Arbeite zügig „nass in nass“, um sichtbare Ansätze zu vermeiden, wo die Farbe bereits angetrocknet ist.

5. Kreative Ideen: Shabby Chic, Muster und neue Griffe

Jetzt wird es kreativ: Eine Kommode muss nicht einfach nur einfarbig gestrichen werden, sie kann zum echten Kunstwerk werden. Für den beliebten Shabby-Chic-Look trägst du nach dem Trocknen an Kanten und Ecken etwas Farbe mit Schleifpapier ab, sodass das Holz oder eine darunterliegende andersfarbige Schicht wieder zum Vorschein kommt. Wer es moderner mag, kann mit Malerkrepp geometrische Muster wie Dreiecke oder Streifen abkleben und in verschiedenen Farben ausmalen.

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Auch der Ombré-Look, bei dem Farbtöne von dunkel nach hell verlaufen, ist ein toller Hingucker für Schubladenfronten. Eine weitere einfache, aber extrem wirkungsvolle Methode zur Veränderung ist der Austausch der Griffe. Neue Möbelknöpfe aus Keramik, Leder, Gold oder mattem Schwarz können den Charakter der Kommode komplett verändern, selbst wenn der Anstrich schlicht bleibt. Lass deiner Fantasie freien Lauf und kombiniere Techniken, um deinen persönlichen Stil auszudrücken.

6. Versiegelung: So bleibt deine Kommode lange schön

Nachdem die Farbe getrocknet ist und das Design steht, ist der letzte Schritt entscheidend für die Langlebigkeit deines Projekts. Besonders bei der Verwendung von Kreidefarbe ist eine Versiegelung zwingend erforderlich, da die Farbe sonst porös bleibt und Flecken magisch anzieht. Hierfür wird meist spezielles Möbelwachs verwendet, das mit einem Lappen oder Pinsel dünn aufgetragen und nach dem Trocknen poliert wird. Wachs vertieft die Farbe und gibt einen leichten, edlen Glanz, muss aber gelegentlich aufgefrischt werden.

Alternativ, und standardmäßig bei Acryllacken, bietet ein transparenter Klarlack auf Wasserbasis den robustesten Schutz. Dieser ist besonders für die Deckplatte der Kommode zu empfehlen, wenn du dort Vasen, Gläser oder schwere Gegenstände abstellen möchtest. Achte darauf, dass der Klarlack vergilbungsfrei ist, damit dein strahlendes Weiß oder dein zartes Pastell nicht mit der Zeit einen Gelbstich bekommt.

Häufige Fragen (FAQ) zum Thema Kommode streichen

Muss ich die Kommode vor dem Streichen komplett abschleifen?

Nein, in den meisten Fällen reicht es völlig aus, die alte Oberfläche nur leicht anzurauen. Das komplette Entfernen des alten Lacks ist nur notwendig, wenn dieser bereits abblättert oder sehr uneben ist.

Kann ich Möbel aus beschichtetem Furnier streichen?

Ja, das ist möglich, erfordert aber zwingend eine spezielle Haftgrundierung. Ohne diesen Primer findet die Farbe auf der glatten Kunststoffoberfläche keinen dauerhaften Halt.

Wie vermeide ich Pinselstriche beim Lackieren?

Verwende für große Flächen eine hochwertige Schaumstoffrolle und arbeite in mehreren dünnen Schichten. Ein Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier nach dem ersten Anstrich glättet die Oberfläche zusätzlich.

Wie lange muss die Farbe trocknen?

Die Farbe sollte in der Regel

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