Schmales Haus 7m breit: Der perfekte Grundriss

Ein schmales Grundstück stellt Bauherren oft vor große Herausforderungen, bietet aber gleichzeitig die Chance für außergewöhnliche Architektur. Wer ein schmales Haus mit nur 7 Metern Breite plant, muss jeden Quadratzentimeter intelligent nutzen, um ein großzügiges Raumgefühl zu erzeugen. Oftmals schrecken Interessenten vor solch begrenzten Dimensionen zurück, doch mit dem richtigen Grundriss verwandelt sich die Enge in moderne Wohnqualität. Der Schlüssel liegt in offenen Sichtachsen, cleverer Lichtführung und der vertikalen Raumnutzung. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie trotz geringer Außenmaße keinen Kompromiss beim Wohnkomfort eingehen müssen. Erfahren Sie, wie Architekten und Planer aus einem „Handtuchgrundstück“ ein echtes Traumhaus zaubern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Offenes Wohnkonzept: Verzichten Sie auf unnötige Innenwände im Erdgeschoss, um Sichtachsen zu schaffen und das Licht fließen zu lassen.
  • Lichtplanung: Große Fensterfronten, Oberlichter und helle Wandfarben sind essenziell, um schmale Räume optisch zu weiten.
  • Treppenposition: Eine zentral platzierte oder gerade verlaufende Treppe spart Verkehrsfläche und optimiert die Raumaufteilung.
  • Vertikale Nutzung: Planen Sie in die Höhe, nutzen Sie Galerien oder Lufträume, um Exklusivität und Weite zu simulieren.
  • Stauraumwunder: Maßgefertigte Einbaumöbel und Nischennutzung unter Treppen sorgen für Ordnung ohne Platzverlust.

Wie plant man ein 7m breites Haus optimal?

Die Planung eines 7 Meter breiten Hauses erfordert die Maximierung von Sichtachsen und Tageslichteinfall. Durch die Zusammenlegung von Wohnen, Essen und Kochen sowie den Verzicht auf quer verlaufende Flure entsteht ein großzügiges Raumgefühl, das die geringe Breite vergessen lässt.

Schmales Haus 7m breit: Der perfekte Grundriss
Schmales Haus 7m breit: Der perfekte Grundriss

Das offene Wohnkonzept als Raumerweiterung

Schmales Haus 7m breit: Der perfekte Grundriss
Schmales Haus 7m breit: Der perfekte Grundriss

Bei einer limitierten Hausbreite von sieben Metern ist die Eliminierung klassischer Raumtrennungen der effektivste Hebel für mehr Wohnqualität. Anstatt Küche, Esszimmer und Wohnzimmer in separate Zellen zu sperren, sollten diese Bereiche nahtlos ineinander übergehen. Dies ermöglicht es dem Auge, die gesamte Tiefe des Hauses zu erfassen, was das Gehirn als „Geräumigkeit“ interpretiert. Durchlaufende Bodenbeläge verstärken diesen Effekt zusätzlich und verbinden die Zonen harmonisch miteinander.

Wände sollten nur dort eingesetzt werden, wo sie statisch notwendig sind oder Privatsphäre zwingend erforderlich ist, wie beim Gäste-WC. Möbelstücke wie eine Kücheninsel oder ein offenes Regal können als sanfte Raumteiler fungieren, ohne das Licht zu blockieren. Achten Sie darauf, dass die Möblierung nicht zu wuchtig wirkt, sondern filigran und luftig bleibt. Ein solcher „Allraum“ fördert zudem das familiäre Miteinander, da Kommunikation nicht durch Mauern unterbunden wird. So wird aus einem schmalen Schlauch ein modernes, loftartiges Zuhause.

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Lichtstrategien für schmale Grundrisse

Licht ist das wichtigste Werkzeug, um enge Räume optisch zu vergrößern und eine beklemmende Atmosphäre zu verhindern. Bei einem 7m breiten Haus sind Fenster an den Längsseiten oft durch Nachbarbebauung eingeschränkt, weshalb die Giebelseiten maximal verglast werden sollten. Bodentiefe Fenster im Wohnbereich verbinden den Innenraum visuell mit der Terrasse und verlängern den Raum nach draußen. Sollte das Grundstück eine dichte Seitenbebauung haben, sind Oberlichter oder Lichtbänder im Dachbereich eine geniale Lösung, um Tageslicht tief ins Hausinnere zu lenken.

Auch die Wahl der Innenfarben spielt eine entscheidende Rolle bei der Lichtreflexion. Helle Töne an Wänden und Decken werfen das einfallende Licht zurück, während dunkle Farben Licht schlucken und den Raum enger wirken lassen. Spiegel an strategischen Positionen können Fensterflächen simulieren und das Raumgefühl zusätzlich weiten. Intelligente Kunstbeleuchtung mit dimmbaren Spots und indirektem Licht sorgt auch abends für Weite.

Die Treppe als Gestaltungselement und Raumsparer

In schmalen Häusern nimmt das Treppenhaus oft unverhältnismäßig viel wertvollen Platz ein, wenn es nicht klug geplant wird. Eine gerade einläufige Treppe, die an einer der Längswände platziert wird, ist oft die platzsparendste Variante. Alternativ kann eine zentral positionierte Treppe als Raumteiler zwischen Küche und Wohnbereich fungieren, ohne den Blick komplett zu versperren.

Der Raum unter der Treppe darf keinesfalls verschenkt werden; er eignet sich hervorragend für Einbauschränke, eine Garderobe oder sogar ein kleines Gäste-WC. Offene Stufen ohne Setzstufen lassen das Licht hindurch und wirken weniger massiv im Raumgefüge. Wendeltreppen sparen zwar Grundfläche, sind aber im Alltag beim Möbeltransport oft unpraktisch, weshalb Podesttreppen einen guten Kompromiss darstellen. Die Treppe sollte nicht nur als Verkehrsfläche, sondern als architektonisches Highlight inszeniert werden. Eine transparente Absturzsicherung aus Glas unterstützt die offene Wirkung des schmalen Grundrisses enorm.

Smarte Stauraumlösungen und Einbaumöbel

Da in einem 7 Meter breiten Haus die Stellfläche für wuchtige Schrankwände fehlt, sind maßgefertigte Lösungen der Schlüssel zum Erfolg. Einbaumöbel, die exakt in Nischen oder bis unter die Decke geplant werden, nutzen jeden Kubikzentimeter effizient aus. So verschwindet der Stauraum optisch in der Wand und drängt sich nicht in den ohnehin begrenzten Wohnraum.

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Nutzen Sie Wandvorsprünge oder die Drempel im Dachgeschoss, um dort Schiebetürenschränke zu integrieren. Auch multifunktionale Möbel, wie Betten mit Schubladen oder Sitzbänke mit aufklappbarer Sitzfläche, sind in schmalen Häusern Gold wert. In der Küche sollten Oberschränke bis zur Decke reichen, um selten genutzte Utensilien ganz oben zu lagern. Je aufgeräumter und klarer die Flächen sind, desto größer wirkt der Raum insgesamt. Vermeiden Sie kleinteilige Kommoden und setzen Sie lieber auf wenige, aber große Schrankfronten in Wandfarbe. Dies beruhigt das Auge und lässt den schmalen Grundriss strukturierter erscheinen.

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Eingangsbereich und Flur minimieren

Klassische, lange Flure sind in schmalen Häusern reine Platzverschwendung und sollten in der Planung auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Der Eingangsbereich kann direkt in den Wohnbereich übergehen, eventuell nur optisch getrennt durch einen Bodenbelagswechsel oder eine halbhohe Wand. Wenn ein Flur unvermeidbar ist, sollte er etwas breiter als der Standard geplant werden, um ihn mit flachen Schränken als Stauraum nutzen zu können. Garderoben sollten in Nischen verschwinden, damit keine Kleidungsstücke in den Laufweg ragen.

Jeder Quadratmeter, den Sie beim Flur einsparen, kommt den eigentlichen Wohnräumen zugute. Denken Sie über Schiebetüren statt herkömmlicher Flügeltüren nach, da diese keinen Schwenkbereich benötigen und so wertvolle Wandfläche freigeben. Oft kann der Flur im Obergeschoss als kleine Galerie gestaltet werden, die Licht vom Dachgeschoss nach unten leitet. So wird aus einer dunklen Verkehrsfläche ein helles Entree.

Nutzung der Außenbereiche zur optischen Verlängerung

Der Außenbereich sollte bei einem schmalen Haus als direkte Verlängerung des Wohnraums betrachtet und geplant werden. Eine Terrasse, die den gleichen Bodenbelag (oder einen farblich ähnlichen) wie das Wohnzimmer hat, lässt die Grenze zwischen drinnen und draußen verschwimmen. Große Schiebetüren öffnen die Rückseite des Hauses komplett und machen den Garten zum Teil des Wohnzimmers.

Auch ein schmaler Balkon im Obergeschoss kann das Schlafzimmer luftiger wirken lassen und bietet privaten Freiraum. Bei der Gartengestaltung sollten Sie ebenfalls auf Sichtachsen achten, die den Blick in die Ferne lenken. Ein kleiner Vorgarten kann so gestaltet werden, dass er Licht ins Haus lässt, aber dennoch Privatsphäre vor der Straße bietet. Selbst ein kleiner Innenhof oder ein Atrium kann bei tieferen Grundstücken Licht in die mittleren Bereiche des Hauses bringen. Integrieren Sie den Außenraum konsequent in das Gesamtkonzept, um die gefühlte Wohnfläche zu verdoppeln.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist ein 7 Meter breites Haus teurer zu bauen?

Die reinen Baukosten pro Quadratmeter sind vergleichbar mit Standardhäusern, können aber durch logistische Herausforderungen auf engen Grundstücken leicht steigen. Durch den Verzicht auf viele Innenwände lässt sich dieser Mehraufwand jedoch oft an anderer Stelle wieder kompensieren.

Welche Dachform eignet sich am besten?

Ein Pultdach oder Flachdach ist oft ideal, da es im Obergeschoss keine Schrägen erzeugt und somit die volle Grundfläche nutzbar macht. Ein Satteldach ist möglich, sollte aber einen hohen Kniestock haben, um den Raumverlust an den Seiten zu minimieren.

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Wie breit muss der Flur mindestens sein?

In einem schmalen Haus sollte der Flur mindestens 1,00 Meter bis 1,20 Meter breit sein, um nicht beklemmend zu wirken. Wenn möglich, sollte auf geschlossene Flure ganz verzichtet und stattdessen offene Verkehrsflächen in die Wohnräume integriert werden.

Kann man eine Garage integrieren?

Eine integrierte Garage nimmt bei 7 Metern Breite sehr viel wertvolle Wohnfläche im Erdgeschoss weg und ist daher selten empfehlenswert. Ein offener Carport vor dem Haus oder ein Stellplatz im Freien ist meist die raumökonomischere Lösung.

Wie verhindere ich Einblicke der Nachbarn?

Da schmale Grundstücke oft eng bebaut sind, helfen gezielt platzierte Fensterbänder im oberen Wandbereich oder Milchglasverglasungen. Auch Lamellenstores oder außenliegende Raffstores bieten Sichtschutz, ohne den Lichteinfall komplett zu blockieren.

Ist ein Keller bei schmalen Häusern sinnvoll?

Ein Keller ist bei kleinen Grundflächen extrem wertvoll, da er den fehlenden Abstellraum und Technikraum aus den Wohnetagen verlagert. Die Kosten für den Keller müssen jedoch gegen den Gewinn an Wohnfläche im Erdgeschoss abgewogen werden.

Wie richte ich das schmale Wohnzimmer ein?

Platzieren Sie Möbel nicht ausschließlich an den Wänden, um einen „Tunneleffekt“ zu vermeiden, und nutzen Sie Teppiche zur Zonierung. Setzen Sie auf zierliche Sofas und Sessel mit sichtbaren Beinen, da diese den Boden freilassen und luftiger wirken.

Welche Heiztechnik spart am meisten Platz?

Eine Fußbodenheizung ist ideal, da sie keine Stellfläche an den Wänden für Heizkörper blockiert. Kombiniert mit einer kompakten Wärmepumpe, die eventuell im Dachspitz oder unter der Treppe Platz findet, sparen Sie maximal Raum.

Wie hoch ist der Wiederverkaufswert?

Schmale Häuser in guten Lagen sind aufgrund der Grundstücksknappheit sehr gefragt und erzielen stabile Wiederverkaufspreise. Ein intelligenter, heller Grundriss ist dabei das entscheidende Kriterium für die Wertsteigerung.

Brauche ich einen Architekten für die Planung?

Bei extremen Maßen wie 7 Metern Breite ist ein individueller Architektenentwurf fast immer einem Typenhaus vorzuziehen. Nur eine maßgeschneiderte Planung kann die spezifischen Lichtverhältnisse und Raumbedürfnisse optimal lösen.

Fazit

Ein schmales Haus mit 7 Metern Breite ist keineswegs eine Einschränkung, sondern eine Einladung zu kreativer und moderner Architektur. Mit konsequenter Offenheit im Grundriss, viel Glas und cleveren Stauraumlösungen entsteht ein Wohngefühl, das sich vor großen Villen nicht verstecken muss. Lassen Sie sich nicht von der Meterzahl abschrecken, sondern nutzen Sie die Vertikale und die Tiefe des Raumes. Starten Sie jetzt Ihre Planung und verwandeln Sie Ihr schmales Grundstück in ein echtes Raumwunder.

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