Grundriss schmales Haus 5m: Geniale Ideen für Baulücken
Das Bauen auf einem extrem schmalen Grundstück stellt Bauherren vor besondere Herausforderungen, bietet aber gleichzeitig die Chance für einzigartige architektonische Lösungen. Ein Grundriss für ein schmales Haus mit nur 5 Metern Breite erfordert ein Umdenken in der Raumaufteilung und eine besonders kreative Nutzung der vorhandenen Fläche. Oft sind diese sogenannten Handtuchgrundstücke in begehrten städtischen Lagen die einzige Möglichkeit, den Traum vom Eigenheim noch bezahlbar zu realisieren. Wer hier clever plant, muss auf Wohnkomfort und Großzügigkeit keineswegs verzichten. Durch intelligente Lichtführung, offene Ebenen und maßgefertigte Einbauten entstehen wahre Raumwunder. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie die begrenzte Breite optimal nutzen und ein modernes Zuhause schaffen, das sich alles andere als eng anfühlt.
Das Wichtigste in Kürze
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Wie plant man ein 5 Meter schmales Haus optimal?
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Reicht eine Breite von 5 Metern für eine Familie?
- Welche Treppenform ist für schmale Häuser am besten?
- Wie verhindere ich, dass die Räume dunkel wirken?
- Ist ein 5 Meter breites Haus teurer zu bauen?
- Kann ich eine Garage in den Grundriss integrieren?
- Wie sorge ich für Privatsphäre bei enger Bebauung?
- Welche Heiztechnik eignet sich für schmale Häuser?
- Macht ein Keller bei einem schmalen Haus Sinn?
- Sind offene Küchen in schmalen Häusern Pflicht?
- Wie ist der Wiederverkaufswert solcher Häuser?
- Fazit
- Offene Grundrisse: Verzichten Sie auf unnötige Innenwände im Erdgeschoss, um eine durchgehende Sichtachse und ein weites Raumgefühl zu erzeugen.
- Licht als Gestaltungsmittel: Nutzen Sie Oberlichter, Galerien und bodentiefe Fenster, um Tageslicht tief in das schmale Gebäude zu leiten.
- Vertikales Wohnen: Planen Sie in die Höhe und nutzen Sie Split-Level-Bauweisen, um Zonen ohne Wände zu definieren und Spannung zu erzeugen.
- Smarte Treppenposition: Eine einläufige Treppe an der Längswand oder eine zentrale Spindeltreppe spart wertvollen Platz in der Breite.
- Integrierter Stauraum: Maßgefertigte Einbauschränke und Nischenlösungen sind essenziell, um den Wohnraum frei von visuellem Ballast zu halten.
Wie plant man ein 5 Meter schmales Haus optimal?
Die optimale Planung eines 5 Meter schmalen Hauses basiert auf dem Prinzip der vertikalen Offenheit und der Maximierung von Sichtachsen. Anstatt kleine, abgeschlossene Zimmer aneinanderzureihen, werden Funktionsbereiche wie Küche, Essplatz und Wohnzimmer fließend miteinander verbunden, wobei die Raumhöhe und der Lichteinfall als zentrale Elemente für das Weitegefühl dienen.

Das offene Wohnkonzept als Schlüssel zum Erfolg
Bei einer Hausbreite von nur fünf Metern sind traditionelle Flure und abgetrennte Räume die größten Feinde des Wohnkomforts. Ein offener Grundriss im Erdgeschoss, oft als „Allroom“ bezeichnet, verbindet Kochen, Essen und Wohnen zu einer einzigen, großzügigen Einheit. Durch den Verzicht auf quer verlaufende Wände kann der Blick ungehindert von der Eingangsseite bis in den Garten schweifen, was das Haus optisch deutlich länger und weiter wirken lässt. Funktionsbereiche werden hierbei nicht durch Mauern, sondern durch Möbel, Bodenbeläge oder leichte Niveauunterschiede zoniert.
Dies fördert nicht nur die Kommunikation der Bewohner, sondern sorgt auch für eine optimale Ausnutzung des Tageslichts von beiden Giebelseiten. Selbst die Küche wird hierbei oft als schlanke Zeile oder mit einer schmalen Insel integriert, um den Durchgangsfluss nicht zu blockieren. Eine durchdachte Anordnung der Funktionsbereiche sorgt dafür, dass trotz der geringen Breite keine Engstellen entstehen. So wird aus einem schmalen Schlauch ein loftartiges Wohnerlebnis mit modernem Charakter.
Lichtführung: Helligkeit in die Tiefe bringen
Eines der Hauptprobleme bei tiefen, schmalen Häusern ist die Belichtung der mittleren Bereiche, da Fenster an den Längsseiten oft wegen der Nachbarbebauung nicht möglich sind. Architekten greifen daher zu kreativen Lösungen wie Lichtschächten, Atrien oder großflächigen Dachverglasungen über dem Treppenhaus. Ein zentrales Oberlicht kann Wunder wirken und Tageslicht wie einen Wasserfall durch alle Etagen bis ins Erdgeschoss leiten.
Bodentiefe Fensterfronten an den schmalen Stirnseiten des Hauses sind quasi Pflicht, um die Verbindung zum Außenraum maximal herzustellen. Spiegelnde Oberflächen und helle Wandfarben unterstützen die Lichtverteilung zusätzlich und lassen Räume luftiger erscheinen. Auch der Einsatz von Glaswänden oder Glastüren im Innenbereich hilft, das Licht von Raum zu Raum weiterzuleiten. Eine sorgfältige Lichtplanung ist somit kein Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit für das Wohlbefinden in einem schmalen Haus.
Die Treppe als raumsparendes Skulpturenelement
In einem Haus mit geringer Grundfläche nimmt die Treppe prozentual viel Raum ein und muss daher mit Bedacht platziert werden. Eine gerade, einläufige Treppe, die eng an einer der langen Seitenwände verläuft, ist oft die platzsparendste Lösung. Sie lässt den Mittelraum frei und kann unter den Stufen wertvollen Stauraum für Garderobe oder Vorräte bieten.
Alternativ kann eine filigrane Stahltreppe oder eine offene Holzkonstruktion als lichtdurchlässiger Raumteiler fungieren, der die Sichtachsen nicht blockiert. Wendeltreppen sparen zwar Grundfläche, sind aber im Alltag beim Möbeltransport oft unpraktisch, weshalb sie eher für den Zugang zu Spitzböden geeignet sind. Wichtig ist, dass die Treppe nicht wie ein Fremdkörper wirkt, sondern sich harmonisch in das Wohnkonzept einfügt. In modernen Entwürfen wird die Treppe oft zum Design-Highlight, das den vertikalen Charakter des Hauses betont.
Split-Level: Wohnen auf versetzten Ebenen
Die Split-Level-Bauweise ist eine geniale architektonische Antwort auf schmale Grundstücke und bietet eine spannende Alternative zu klassischen Geschossen. Hierbei werden die Ebenen um jeweils ein halbes Stockwerk versetzt angeordnet, was die Notwendigkeit von Fluren fast vollständig eliminiert. Diese Verschiebung schafft visuelle Verbindungen zwischen den Etagen, sodass man beispielsweise vom Wohnbereich in den etwas höher gelegenen Essbereich blicken kann.
Dies erzeugt ein Gefühl von Volumen und Großzügigkeit, das bei einer herkömmlichen Stapelung von Räumen verloren ginge. Zudem lassen sich durch die unterschiedlichen Höhen verschiedene Deckenhöhen realisieren, was bestimmten Bereichen mehr Intimität oder mehr Luftigkeit verleiht. Split-Level-Häuser wirken im Inneren dynamisch und abwechslungsreich, was von der begrenzten Breite ablenkt. Allerdings erfordert diese Bauweise eine barrierearme Planung, falls dies ein Kriterium für die Zukunft sein soll.
Maßgefertigte Einbauten für maximale Platzausnutzung
Wo die Breite fehlt, darf kein Zentimeter durch sperrige Standardmöbel verschwendet werden, weshalb Tischlerlösungen oft unverzichtbar sind. Einbauschränke, die die volle Raumhöhe bis unter die Decke nutzen, bieten enormen Stauraum, ohne die Bodenfläche optisch zu verkleinern. Nischen in den Wänden, Sitzbänke im Fensterrahmen oder ausziehbare Elemente unter der Treppe sind typische Merkmale solcher Häuser.
Auch multifunktionale Möbel, wie etwa ein ausklappbarer Schreibtisch oder ein Bett mit Bettkasten, helfen dabei, die Flexibilität der Räume zu wahren. Schiebetüren sind klassischen Schwenktüren vorzuziehen, da sie im geöffneten Zustand keinen Platz in den Raum hinein beanspruchen. Durch eine einheitliche Materialsprache der Einbauten wirkt das Interieur zudem ruhiger und aufgeräumter. So wird die Architektur selbst zum Möbelstück und der begrenzte Raum optimal genutzt.
Außenbereiche integrieren: Der Garten als Wohnzimmer
Bei einem schmalen Haus ist die nahtlose Verbindung zum Außenbereich entscheidend, um den Wohnraum optisch und funktional zu erweitern. Große Hebe-Schiebe-Elemente zur Terrasse hin lassen die Grenze zwischen Innen und Außen verschwimmen, sobald das Wetter es zulässt. Auch bei kleinen Grundstücken sollte der Außenbereich als Fortführung des Grundrisses geplant werden, etwa durch durchgehende Bodenbeläge.
Ein kleiner Innenhof oder ein Atrium kann Licht in die Mitte des Hauses bringen und gleichzeitig einen geschützten privaten Freisitz bieten. Dachterrassen sind bei schmalen Stadthäusern oft die beste Möglichkeit, Sonne zu tanken, wenn der Garten durch Nachbarhäuser verschattet ist. Pflanzen vor den Fenstern dienen zudem als natürlicher Sichtschutz, ohne das Licht komplett auszusperren. Eine kluge Landschaftsarchitektur lässt das schmale Grundstück somit größer wirken, als es im Katasterplan steht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Reicht eine Breite von 5 Metern für eine Familie?
Ja, mit einer intelligenten Raumaufteilung über mehrere Etagen ist genügend Wohnfläche realisierbar. Entscheidend sind hierbei die Nutzung der Höhe und der Verzicht auf unnötige Verkehrsflächen.
Welche Treppenform ist für schmale Häuser am besten?
Einläufige, gerade Treppen entlang der Hauswand sind meist die platzsparendste und praktischste Lösung. Sie ermöglichen zudem die Nutzung des Raumes unter den Stufen als wertvollen Stauraum.
Wie verhindere ich, dass die Räume dunkel wirken?
Große Fensterflächen an den Stirnseiten und der Einsatz von Oberlichtern oder Lichtkuppeln sind essenziell. Zusätzlich helfen helle Farben und offene Treppenhäuser, das Licht im gesamten Haus zu verteilen.
Ist ein 5 Meter breites Haus teurer zu bauen?
Die Baukosten pro Quadratmeter können aufgrund komplexerer Statik und Logistik etwas höher liegen. Dafür sind die Grundstückskosten bei schmalen Restflächen im Vergleich oft deutlich geringer.
Kann ich eine Garage in den Grundriss integrieren?
Eine klassische Garage im Erdgeschoss raubt bei 5 Metern Breite zu viel wertvolle Wohnfläche an der Front. Oft sind Carports vor dem Haus oder Tiefgaragenlösungen die sinnvollere Alternative.
Wie sorge ich für Privatsphäre bei enger Bebauung?
Versetzte Fensteranordnungen und Sichtschutz durch Bepflanzung oder Lamellen verhindern direkte Einblicke der Nachbarn. Auch innenliegende Patios oder Dachterrassen bieten geschützte Rückzugsorte im Freien.
Welche Heiztechnik eignet sich für schmale Häuser?
Platzsparende Systeme wie eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung sind ideal, da sie keine Stellfläche für Heizkörper benötigen. Die Technikzentrale wird oft im Dachgeschoss oder unter der Treppe untergebracht.
Macht ein Keller bei einem schmalen Haus Sinn?
Ein Keller schafft unverzichtbaren Stauraum und Platz für die Haustechnik, entlastet also die Wohnebenen. Aufgrund der schwierigen Baustelleneinrichtung in Baulücken ist er jedoch oft ein großer Kostenfaktor.
Sind offene Küchen in schmalen Häusern Pflicht?
Zwingend sind sie nicht, aber sie werden dringend empfohlen, um das Raumgefühl nicht einzuengen. Eine offene Küche fördert die Sichtachsen und lässt das Erdgeschoss als eine große Einheit wirken.
Wie ist der Wiederverkaufswert solcher Häuser?
Aufgrund der Knappheit an städtischem Bauland sind gut geplante schmale Stadthäuser extrem wertstabil. Sie bieten eine seltene Alternative zur Eigentumswohnung mit eigenem Eingang und Gartenanteil.
Fazit
Ein Grundriss für ein schmales Haus mit 5 Metern Breite ist eine architektonische Meisterleistung, die beweist, dass Wohnqualität nicht allein von der Quadratmeterzahl abhängt. Durch offene Konzepte, viel Licht und vertikales Denken entstehen in Baulücken einzigartige Refugien mitten in der Stadt. Wer bereit ist, Konventionen zu hinterfragen und in individuelle Planung zu investieren, erhält ein Zuhause mit unverwechselbarem Charakter. Mut zur Lücke zahlt sich hier im wahrsten Sinne des Wortes aus.


